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Der menschliche Geist versucht immer alles möglichst genau zu planen, zu fixieren und zu präzisieren.
Er wirft dieses Netz über alles Lebendige, und er möchte so die Freiheit der Lebendigen „in den Griff“ bekommen.
Ähnlich ist es mit dem Problem Distanz und Nähe in der mitmenschlichen Beziehung.
Die Distanz zwischen zwei Menschen ist etwas völlig Natürliches.
Durch die Liebe geschieht ein Annähern, mitunter die völlige Aufhebung der Distanz.
Dieser Vorgang ist etwas Lebendiges, und er lässt sich deshalb nicht fixieren.
Es handelt sich um eine Schwingung, die rhythmisch geschieht.
Distanz und Nähe als gegenseitige Pole müssen schwingen,
damit eine Beziehung funktionieren und die Liebe sich entfalten kann.
Die meisten Menschen sind zu distanziert; sie halten sich zurück
und es fällt ihnen schwer, angstfrei in die Nähe zu einem anderen hinein zu schwingen.
Ist es ihnen aber allerdings einmal gelungen, dann wollen sie diese nähe festhalten.
Dadurch aber entsteht eine Anspannung und eine Verkrampfung.
Man sollte also die Nähe wieder loslassen können und angstfrei zurückschwingen in die Distanz,
denn nur aus der Distanz heraus bildet sich wieder
die Energie für ein Zurückschwingen in die Nähe.
Die meisten Liebesbeziehungen scheitern an einem eigenem gestörten Verhältnis zu diesem natürlichen Rhythmus.
Wir haben nie gelernt zu schwingen und die Schwingungen des anderen wahr zu nehmen.
Das Denken bekam Angst, wollte fixieren, spürte Verlust.
Das Denken meinte, es könne alles ändern. Doch Angst kann nicht Nähe und Distanz machen.
Den noch versucht das Denken, die Nähe zu arrangieren und oft genug auch zu erzwingen.
(dazu kommt noch z.B. die Reale Entfernung, durch km)
Wenn das Denken sich mit der Rationalität des Tuns einmischt, besteht allerhöchste Gefahr für die Liebe.
Und es kommt zu Liebeskummer.
In dem Moment würde: „darüber mit der Person reden, schon helfen", doch wer macht das schon.
Das Denken sucht nach Lösungen, die eingetretene Distanz,
da sie für das Denken sofort mit Trennung in Verbindung gebracht wird, rückgängig zu machen.
Doch alles denken verschlimmert nur die eigene Situation (eine Lösung wäre: darüber reden, aber...).
Liebe ist etwas Emotionales, entstammt einer anderen Dimension als das Denken.
Das Denken ist sozusagen der Liebe systemfremd.
Deshalb sind alle Gedanken über Vergangenes und Zukünftiges bezüglich der Liebe sinnlos.
Die Liebe ist etwas seelisches, und Gedanken sind etwas Rationales.
Wenn also das Rationale (in dem Falle ausgelöst durch Verlustängste und Mangel an Selbstvertrauen) versucht, das Seelische zu verändern,
dann liegt dort die Wurzel des Scheiterns. Es gibt dann keine Schuldfrage zu klären. Es hat niemand absichtlich was falsch gemacht.
Liebe kennt keine Bedingungen die erfüllt sein müssen.
Liebe stammt aus einer anderen Dimension.
In der Gelöstheit liegt die konstruktive Kraft, im zurückschwingen – zur Distanz bei einer Trennung – liegt eine Möglichkeit für Nähe.
Was nützt es einem wen eine Beziehung zurückkommt, wenn man nicht in der Distanz gereift ist.
Denn alles hat seine Gründe und Dinge geschehen.
Vielleicht war es die räumliche Entfernung.
Vielleicht ein Vielleicht. Vielleicht auch nur ein zu frühes Aufgeben. Wer weiß.
Sicher ist nur, dass das Denken natürliches Schwingen falsch auslegte/auslegen kann.